Solidarität mit Sachsen-Anhalt: Wir stehen an eurer Seite.

Der Wahlausgang in Sachsen-Anhalt ist ein Weckruf für die gesamte demokratische Öffentlichkeit. Die AfD ist mit großem Abstand stärkste Kraft im neuen Landtag geworden. Ob und wie sich daraus eine Regierung bildet, ist offen – klar ist aber: Die politischen Kräfteverhältnisse in Sachsen-Anhalt haben sich fundamental verschoben.

Wir wissen, was das für die Menschen bedeutet, die sich in Sachsen-Anhalt tagtäglich für Demokratie, Vielfalt und ein offenes Miteinander einsetzen: für die Initiativen, Vereine, Beratungsstellen und zivilgesellschaftlichen Bündnisse, die jetzt mit wachsendem Druck, mit Anfeindungen und mit der Sorge um ihre Förderung und Sichtbarkeit rechnen müssen. Diesen Menschen sagen wir: Ihr seid nicht allein.

Als Brandenburg zeigt Haltung stehen wir an der Seite von „Sachsen-Anhalt.Weltoffen!“ und allen demokratischen Kräften im Land. Wir haben in Magdeburg am vergangenen Wochenende erlebt, mit wie viel Kraft, Zuversicht und Lautstärke sich dort Menschen für Demokratie einsetzen – diese Kraft braucht jetzt Verstärkung, nicht Rückzug.

Denn dieses Ergebnis ist kein sachsen-anhaltisches Problem allein. Deshalb ist unsere Solidarität keine Geste, sondern eine Verpflichtung: Wir bauen den Austausch zwischen den demokratischen Bündnissen in den ostdeutschen Ländern aus und wir stehen bereit, dort zu unterstützen, wo Unterstützung jetzt gebraucht wird.

Was in Magdeburg sichtbar wird, ist für uns keine ferne Warnung – es ist unsere eigene Lage. In Brandenburg liegt die AfD aktuellen Umfragen zufolge bei rund 37 Prozent. Die Aufgabe, unsere demokratische Kultur zu verteidigen, stellt sich deshalb nicht erst zur nächsten Landtagswahl 2029 – sie stellt sich jetzt.

Diese Aufgabe kann nicht den demokratischen Parteien allein überlassen werden. Es braucht eine wache, handlungsfähige Zivilgesellschaft, die jetzt Verantwortung übernimmt – nicht erst, wenn es zu spät ist. Dabei reicht es nicht, nur zu benennen, wogegen wir sind. Wir müssen in der politischen Auseinandersetzung deutlich machen, wofür wir stehen. Und wir müssen Haltung zeigen: klar benennen, welche Grundüberzeugungen unserer Demokratie nicht verhandelbar sind.

Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, die man verwaltet – sie ist eine Aufgabe, die man täglich neu übernimmt. Sachsen-Anhalt zeigt, wie schnell diese Aufgabe unterschätzt wird. Wir nehmen das ernst. Und wir handeln.

Für ein Ostdeutschland, das zusammenhält. Für eine Demokratie, die sich verteidigt, wo sie angegriffen wird.

Wirtschaft braucht Demokratie – ostdeutsche Unternehmen übernehmen Verantwortung

Wie können Unternehmen zur Stärkung der Demokratie beitragen – und warum liegt das auch in ihrem eigenen Interesse? Um diese Fragen ging es am 19. August beim Dialogforum „Unternehmen für Demokratie“, zu dem Staatsministerin Elisabeth Kaiser, Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, ins Bundesfinanzministerium eingeladen hatte. Auch Brandenburg zeigt Haltung! war bei dem Austausch vertreten.

Ausgangspunkt war unter anderem die aus dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum hervorgegangene Initiative „Gemeinsam für Demokratie“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Unternehmen demokratisches Engagement konkret gestalten und welche Unterstützung sie dafür benötigen. Dabei wurde deutlich: Demokratie ist für Unternehmen nicht nur ein gesellschaftliches Anliegen, sondern auch eine wirtschaftliche Voraussetzung. Denn Unternehmen können nicht im luftleeren Raum agieren. Sie sind auf verlässliche Regeln, Rechtssicherheit, unabhängige Gerichte und planbare Verfahren angewiesen. Gerade bei langfristigen Investitionen und komplexen Infrastrukturvorhaben sind stabile politische und rechtliche Rahmenbedingungen von zentraler Bedeutung. Auch internationale Kooperation und offene Märkte setzen Vertrauen und verlässliche Institutionen voraus. Thomas Richter, Managing Director der Infineon Technologies AG in Dresden, und Kathrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Aufbaubank, machten in ihren Beiträgen deutlich, wie eng wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftliche Stabilität miteinander verbunden sind.

Zugleich sind Unternehmen selbst Teil der gesellschaftlichen Mitte. In ihren Belegschaften kommen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Hintergründen und Perspektiven tagtäglich zusammen. Unternehmen verfügen damit über eine besondere gesellschaftliche Reichweite – und vielfach auch über einen hohen Vertrauensvorschuss. Daraus ergibt sich Verantwortung: nicht nur für die wirtschaftliche Entwicklung eines Standorts, sondern auch für das gesellschaftliche Umfeld, in dem Unternehmen tätig sind.

Und doch fällt es vielen Unternehmen weiterhin schwer, diese Verantwortung öffentlich zu formulieren oder sich konkreter in demokratische Initiativen einzubringen. Gerade hier braucht es Orientierung, Austausch und Strukturen, die den Schritt vom grundsätzlichen Bekenntnis zum konkreten Engagement erleichtern.
Dabei können regionale Demokratiebündnisse eine wichtige Rolle spielen. Sie bringen Unternehmen mit anderen gesellschaftlichen Akteuren zusammen, schaffen Austausch und machen konkrete Beteiligung möglich. Auch Brandenburg zeigt Haltung! versteht sich als eine solche Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft: Wir wollen Unternehmen dabei unterstützen, ihre demokratische Haltung sichtbar zu machen, sich zu vernetzen und eigene Ideen in das gesellschaftliche Engagement einzubringen.Der Austausch in Berlin hat gezeigt: Das Interesse an diesem Zusammenspiel und die Bereitschaft, regional Verantwortung zu übernehmen, wachsen. Daher kommt es darauf an, bestehende lokale Initiativen in ein tragfähiges Netzwerk zu integrieren, in dem Erfahrungen geteilt, Ideen weitergegeben, Handlungsspielräume eröffnet und gemeinsame Aktivitäten entwickelt werden können.

Mehr Informationen zur Initiative vom CEO-Kreis des Ostdeutschen Wirtschaftsforums finden sich hier: https://ostdeutscheswirtschaftsforum.de/forum/ceo-kreis/unternehmenfuerdemokratie/

Foto: Photothek/Florian Gaertner

In tiefer Trauer

Am Sonnabend, den 25. Juli 2026, ist der Berliner CSD zum Ziel eines Anschlags geworden. Ein Mensch ist tot, weitere 29 wurden verletzt, mehrere schweben in Lebensgefahr.

Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.

Der Angriff galt allen, die frei und offen leben wollen. Genau deshalb lassen wir uns nicht einschüchtern. Wer Hass und Terror sät, will spalten und zum Schweigen bringen. Wir schweigen nicht.

Jede Form von religiösem oder politischem Extremismus, Terror und Hass verurteilen wir auf das Schärfste. Wer Menschen wegen ihrer Identität angreift, ist unser Gegner.

Haltung heißt jetzt: zusammenstehen. Für die queere Community.

Am Montag, den 27.07.2026 findet um 17:30 Uhr auf dem Alten Markt in Potsdam eine Gedenkveranstaltung statt unter dem Motto: POTSDAM STEHT AN DER SEITE DER QUEEREN COMMUNITY

Wissenschaft braucht Haltung: Für ein widerstandsfähiges Wissenschaftssystem

Mehr als 200 Interessierte aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft kamen im Brandenburger Landtag zusammen, um über die Resilienz des deutschen Wissenschaftssystems zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Wissenschaft und Forschung auch unter wachsendem gesellschaftlichem und politischem Druck unabhängig, frei und handlungsfähig bleiben können.

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Brandenburger Sommerabend: Neue Kontakte für Brandenburg zeigt Haltung!

Die Landesregierung Brandenburg und das WirtschaftsForum Brandenburg e.V. hatten am 30. Juni 2026 zum traditionellen Sommerabend auf das Gelände des SportParks Luftschiffhafen in Potsdam eingeladen. Brandenburg zeigt Haltung! war als zentraler Aussteller im Bereich „Ehrenamtliches Engagement“ mit dabei.

Viele unserer Förderpartner nutzten die Gelegenheit, unseren Stand zu besuchen und mit uns ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus freuten wir uns über zahlreiche neue Kontakte und das große Interesse an unserer Arbeit. Die vielen Gespräche machten deutlich: Die Stärkung der Demokratie ist längst auch für zahlreiche Unternehmen und wirtschaftliche Akteure ein wichtiges Anliegen.

Denn nur dort, wo demokratische Werte gelebt werden, können Innovation, wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftlicher Zusammenhalt dauerhaft wachsen. Wirtschaft braucht Demokratie. Demokratie braucht Haltung.

Entschlossen Handeln gegen Antisemitismus

Zum 87. Jahrestag der Reichspogromnacht rufen das „Bündnis für ein weltoffenes und tolerantes Berlin“ und „Brandenburg zeigt Haltung“ die Öffentlichkeit dazu auf, sich aktiv und sichtbar gegen Antisemitismus zu stellen. Die Organisationen warnen angesichts steigender Fallzahlen vor einer bedrohlichen Normalisierung antisemitischer Gewalt und Hetze – und fordern konkrete Maßnahmen zum Schutz jüdischen Lebens.

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Antisemitische Vorfälle auf Rekordhoch

Die aktuellen Zahlen belegen den Ernst der Lage: Laut dem Jahresbericht von RIAS Berlin wurden im Jahr 2024 2500 antisemitische Vorfälle registriert – doppelt so viele wie im Vorjahr. Mehr als die Hälfte ereignete sich im öffentlichen Raum, im Nahverkehr oder an Bildungseinrichtungen. Auch in Brandenburg dokumentierte die zuständige Fachstelle einen deutlichen Anstieg: 484 antisemitische Vorfälle, ein Zuwachs von 28 Prozent. Antisemitische Übergriffe reichen von Beleidigungen über Drohungen und Sachbeschädigungen bis hin zu tätlichen Angriffen. 

Viele der Vorfälle stehen nicht im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt – sie sind Ausdruck tief verwurzelter Ressentiments in der Gesellschaft. Studien wie die Leipziger Autoritarismus-Studie 2024 zeigen zudem, dass über 23 Prozent der Befragten in Deutschland antisemitische Stereotype teilen.

„Nie wieder“ braucht Taten – fünf zentrale Schritte

Die beteiligten Organisationen appellieren an Politik, Bildung, Medien und Gesellschaft, Antisemitismus nicht länger nur zu verurteilen, sondern wirksam zu bekämpfen. Ihre zentralen Forderungen:

  • Wirksamer Schutz jüdischen Lebens und entschlossene Strafverfolgung: Staat und Kommunen müssen den Schutz jüdischer Einrichtungen dauerhaft sichern – durch ausreichende Sicherheitsmittel, konsequente Strafverfolgung antisemitischer Taten (auch im Netz) und verpflichtende Schulungen für Polizei und Justiz.
  • Bildung gegen Antisemitismus – von der Schule bis zur Erwachsenenbildung: Antisemitismusprävention muss fester Bestandteil aller Lehrpläne werden. Schulen brauchen verbindliche Inhalte zu jüdischer Geschichte und Gegenwart, Lehrkräfte verpflichtende Fortbildungen, und die politische Bildung stabile Förderstrukturen.
  • Klare Haltung in Politik und Medien: Antisemitismus darf nicht relativiert werden. Medien und politische Institutionen müssen antisemitische Aussagen und Stereotype klar benennen, vermeiden und Betroffenen solidarisch den Rücken stärken.
  • Gesellschaftliche Verantwortung und Zivilcourage im Alltag: Antisemitismus zu widersprechen ist eine Pflicht für alle. Lokale Bündnisse, Vereine und Initiativen sollen gestärkt werden, um Menschen zum Handeln zu befähigen – im öffentlichen Raum wie im digitalen Alltag.
  • Förderung jüdischer Kultur und Sichtbarkeit: Schutz heißt auch, jüdisches Leben sichtbar und lebendig zu machen. Das Bündnis fordert die Förderung jüdischer Kultur- und Bildungsprojekte, Unterstützung junger jüdischer Stimmen und Räume für Begegnung und Dialog.

Solidarität braucht Sichtbarkeit – Stimmen aus den Bündnissen

Der 9. November steht für die Verantwortung, die aus der Geschichte erwächst. Die Organisationen in den Bündnissen mahnen: Wenn wir schweigen, wird das Unsagbare wieder sagbar – und schließlich normal. Dem gilt es, gemeinsam und entschlossen entgegenzutreten.

„Der 9. November bleibt Mahnung und Erinnerung: Wir stehen an der Seite der Jüdinnen und Juden in diesem Land, wir stehen auf, wo sie bedroht werden, wo man sie beleidigt, angreift, verdrängt oder in Angst setzt. Antisemitismus ist ein Verbrechen und lästert Gott. Es ist unsere Verantwortung, dass die Worte des Hasses nicht wieder mächtig werden in diesem Land. Wir erinnern und vergessen nicht. Das ist die Grundgeste des Glaubens an den einen Gott. Seid Menschen, hat Margot Friedländer uns zugerufen und aufgetragen. Seien wir das und stehen auf füreinander. Nie wieder ist jetzt und ist morgen.“

Dr. Heiner Koch, Erzbistum Berlin:

„‘Fürchte Dich nicht, ich habe dich beim Namen gerufen!‘ (Jes 43,1). Gott hat einen jeden Menschen ‚beim Namen gerufen‘, er hat keine Nummern verteilt oder einfach nur durchgezählt. Ausgehend von den Rassegesetzen über die Novemberpogrome bis zu den tätowierten Nummern der KZ-Häftlinge haben die Nationalsozialisten sechs Millionen Jüdinnen und Juden nicht nur das Leben, sondern auch ihre Würde und Einzigartigkeit entrissen. Das Gedenken daran drängt uns, aufzutreten gegen jede Form von Antisemitismus, überall da, wo jüdisches Leben bedroht, Jüdinnen und Juden ihre Würde geraubt wird und ihr Leben gefährdet ist.“

Dr. Ursula Schoen, Direktorin der Diakonie Berlin-Brandenburg:

„Es ist erschütternd, dass Jüdinnen und Juden heute in Deutschland wieder in Angst leben müssen. Der 9. November mahnt uns: Geschichte darf sich nicht wiederholen. Jeder Angriff auf jüdische Einrichtungen oder Menschen ist ein Angriff auf das Herz unserer Gesellschaft. Wir alle müssen widersprechen. Überall, wo Antisemitismus auftaucht.“

Prof. Dr. Ulrike Kostka, Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin e.V.:

„Antisemitismus ist ein Angriff auf die Menschenwürde und damit auf das Fundament unserer Gesellschaft. Als Caritas stehen wir an der Seite unserer jüdischen Geschwister und treten entschieden jeder Form von Hass, Ausgrenzung und Gewalt entgegen. ‚Nie wieder‘ darf keine leere Formel bleiben – es bedeutet, heute Verantwortung zu übernehmen: im Alltag, in unseren Einrichtungen und überall dort, wo Menschen angefeindet werden.“

Weitere Informationen & Quellen: