Wirtschaft braucht Demokratie – ostdeutsche Unternehmen übernehmen Verantwortung

Wie können Unternehmen zur Stärkung der Demokratie beitragen – und warum liegt das auch in ihrem eigenen Interesse? Um diese Fragen ging es am 19. August beim Dialogforum „Unternehmen für Demokratie“, zu dem Staatsministerin Elisabeth Kaiser, Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, ins Bundesfinanzministerium eingeladen hatte. Auch Brandenburg zeigt Haltung! war bei dem Austausch vertreten.

Ausgangspunkt war unter anderem die aus dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum hervorgegangene Initiative „Gemeinsam für Demokratie“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Unternehmen demokratisches Engagement konkret gestalten und welche Unterstützung sie dafür benötigen. Dabei wurde deutlich: Demokratie ist für Unternehmen nicht nur ein gesellschaftliches Anliegen, sondern auch eine wirtschaftliche Voraussetzung. Denn Unternehmen können nicht im luftleeren Raum agieren. Sie sind auf verlässliche Regeln, Rechtssicherheit, unabhängige Gerichte und planbare Verfahren angewiesen. Gerade bei langfristigen Investitionen und komplexen Infrastrukturvorhaben sind stabile politische und rechtliche Rahmenbedingungen von zentraler Bedeutung. Auch internationale Kooperation und offene Märkte setzen Vertrauen und verlässliche Institutionen voraus. Thomas Richter, Managing Director der Infineon Technologies AG in Dresden, und Kathrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Aufbaubank, machten in ihren Beiträgen deutlich, wie eng wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftliche Stabilität miteinander verbunden sind.

Zugleich sind Unternehmen selbst Teil der gesellschaftlichen Mitte. In ihren Belegschaften kommen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Hintergründen und Perspektiven tagtäglich zusammen. Unternehmen verfügen damit über eine besondere gesellschaftliche Reichweite – und vielfach auch über einen hohen Vertrauensvorschuss. Daraus ergibt sich Verantwortung: nicht nur für die wirtschaftliche Entwicklung eines Standorts, sondern auch für das gesellschaftliche Umfeld, in dem Unternehmen tätig sind.

Und doch fällt es vielen Unternehmen weiterhin schwer, diese Verantwortung öffentlich zu formulieren oder sich konkreter in demokratische Initiativen einzubringen. Gerade hier braucht es Orientierung, Austausch und Strukturen, die den Schritt vom grundsätzlichen Bekenntnis zum konkreten Engagement erleichtern.
Dabei können regionale Demokratiebündnisse eine wichtige Rolle spielen. Sie bringen Unternehmen mit anderen gesellschaftlichen Akteuren zusammen, schaffen Austausch und machen konkrete Beteiligung möglich. Auch Brandenburg zeigt Haltung! versteht sich als eine solche Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft: Wir wollen Unternehmen dabei unterstützen, ihre demokratische Haltung sichtbar zu machen, sich zu vernetzen und eigene Ideen in das gesellschaftliche Engagement einzubringen.Der Austausch in Berlin hat gezeigt: Das Interesse an diesem Zusammenspiel und die Bereitschaft, regional Verantwortung zu übernehmen, wachsen. Daher kommt es darauf an, bestehende lokale Initiativen in ein tragfähiges Netzwerk zu integrieren, in dem Erfahrungen geteilt, Ideen weitergegeben, Handlungsspielräume eröffnet und gemeinsame Aktivitäten entwickelt werden können.

Mehr Informationen zur Initiative vom CEO-Kreis des Ostdeutschen Wirtschaftsforums finden sich hier: https://ostdeutscheswirtschaftsforum.de/forum/ceo-kreis/unternehmenfuerdemokratie/

Foto: Photothek/Florian Gaertner