Wissenschaft braucht Haltung: Für ein widerstandsfähiges Wissenschaftssystem

Mehr als 200 Interessierte aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft kamen im Brandenburger Landtag zusammen, um über die Resilienz des deutschen Wissenschaftssystems zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Wissenschaft und Forschung auch unter wachsendem gesellschaftlichem und politischem Druck unabhängig, frei und handlungsfähig bleiben können.

Eine demokratische Gesellschaft ist auf eine freie und unabhängige Wissenschaft angewiesen, um unter anderem auf Grundlage deren Erkenntnisse zukunftsfähige politische und gesellschaftliche Entscheidungen treffen zu können. Doch die Wissenschaftsfreiheit gerät auch hierzulande zunehmend unter Druck. Vor diesem Hintergrund luden Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle und ihre baden-württembergische Amtskollegin Petra Olschowski am 8. Juli 2026 zur Veranstaltung „Resilienz des deutschen Wissenschaftssystems – Verantwortung gemeinsam übernehmen“ in den Brandenburger Landtag nach Potsdam ein.

Bereits zu Beginn machte Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke deutlich, dass ein Wissenschaftssystem dann resilient sei, wenn Forschende auch unter Druck von außen weiterarbeiten können. Wie ernst die aktuelle Lage ist, zeigte die Keynote von Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf. Sie warnte davor, Angriffe auf die Wissenschaft als Einzelfälle abzutun. Persönliche Anfeindungen gegen Forschende, die gezielte Delegitimierung wissenschaftlicher Erkenntnisse oder politische Einflussnahme auf die Verteilung von Fördermitteln seien Entwicklungen, die demokratische Gesellschaften nicht unterschätzen dürften. Deshalb brauche es, neben dem verfassungsrechtlichen Schutz der Wissenschaftsfreiheit, etwa auch Neuregelungen bei der Vergabe von Forschungsgeldern, um politische Einflussnahme zu verhindern. Nicht weniger wichtig seien eine bessere personelle, psychologische und finanzielle Unterstützung von Wissenschaftler*innen, die sich zunehmend gegen Diffamierung und Schmähung zur Wehr setzen müssen. Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle appellierte an die Solidarität aller Forschungseinrichtungen untereinander: Das Wissenschaftssystem müsse geschlossen verteidigt werden, unabhängig davon ob Angriffe gegen eine fremde oder die eigene Forschungseinrichtung zielten, so Schüle abschließend.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich unter: https://mwfk.brandenburg.de/mwfk/de/wissenschaft/resilienz-des-deutschen-wissenschaftssystems/

Alle Redebeiträge zum Nachschauen: https://www.youtube.com/watch?v=Evu7feIN7Ek



Fotos: Kerstin Fende, lotte-liebt-fotos.de